„CÖLN KOMMT“ - Gedenkstätte „Kleiner Kreuzer CÖLN“ restauriert
Die seit vielen Jahren vernachlässigte Gedenkstätte für den am 28. August 1914 vor Helgoland im Gefecht gegen überlegene britische Seestreitkräfte gesunkenen Kleinen Kreuzer CÖLN konnte nach langen Bemühungen des Freundeskreises Fregatte Köln e.V. restauriert werden. Am Samstag, den 30. August 2008, wurde die Gedenkstätte in der Konche der Eigelstein Torburg in feierlicher Form durch den Oberbürgermeister der Stadt Köln, Fritz Schramma, und den Vorsitzenden des Freundeskreises Fregatte Köln e.V., H.-Peter Hemmersbach, der Öffentlichkeit wieder übergeben.
Nach den Ansprachen der beiden Veranstalter und einem ökumenischen Gebet wurde nach einem Signal mit der Bootsmannspfeife durch Matrosen des Wachbataillons ein Kranz niedergelegt. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt durch eine Bläsergruppe und Trommler des Luftwaffen-Musikkorps. Rund 250 Gäste nahmen an der Veranstaltung und dem anschließenden Empfang durch die Stadt Köln teil. Anwesend waren auch eine Abordnung der Besatzung der Fregatte Köln unter ihrem Kommandanten Fregattenkapitän Uwe Maaß, Vertreter der Marinekameradschaften mit ihrem Präsidenten Karl Heid und zahlreiche Soldaten aller Teilstreitkräfte sowie des Reservistenverbandes
Zentrum der Gedenkstätte ist das zerschossene, nur zur Hälfte erhaltene Wrack eines Kutters der Cöln. Der Kutter war durch die zahlreichen Tauben und ihre Hinterlassenschaften ebenso wie auch die übrige Gedenkstätte stark in Mitleidenschaft gezogen. Aus dem Wrack wurde fast eine Tonne Taubendreck entfernt. Durch die Bemühungen des Freundeskreises, insbesondere des Vorsitzenden H.P. Hemmersbach, konnte das Wrack abgehängt, gereinigt, restauriert und konserviert und mit einer Taubenabwehr versehen wieder an seinen alten Platz unter der Decke der Konche zurückgebracht werden. Auch die Gedenkstätte als solche wurde gereinigt und die eingemeißelten Inschriften restauriert. Der in der Gedenkstätte liegende Heckanker der ehemaligen Fregatte Köln (IV) fand zunächst wieder seinen Platz an der Wand, soll aber zukünftig in würdiger Form an einer Basaltstele zur Geltung gebracht werden. Neu angebracht wurde auch eine Bronzeplatte mit Erläuterungen zur Gedenkstätte. Die in der Planung vorgesehene Sicherung des Denkmals durch ein geschmiedetes Gitter und eine Glasplatte wurde zunächst aufgrund von Einsprüchen zurückgestellt. Die gesamte Sanierung wurde durch den Freundeskreis Fregatte Köln e.V. in Form umfangreicher Spenden aufgebracht und umgesetzt.
Am 28. August 1914, kurz nach Ausbruch des Krieges, waren britische Kriegsschiffe nach Helgoland vorgestoßen, wo sie auf schwache deutsche Vorpostenkräfte stießen und das Torpedoboot V 187 versenkten. Um den bedrängten Torpedobooten zu Hilfe zu kommen, liefen mehrere kleine Kreuzer aus Ems, Jade und Elbe aus. Von Wilhelmshaven kam die Cöln mit Ihrem Funkspruch „Cöln kommt „unter ihrem Kommandanten Fregattenkapitän Meidinger. Mit an Bord befand sich auch der Führer der Torpedoboote, Konteradmiral Leberecht Maass. Wegen des niedrigen Wasserstandes der Jade konnten die Schlachtkreuzer zu dieser Zeit nicht auslaufen, da sie die Barre der Außenjade nicht überwinden konnten. So lag die Last des Gefechts gegen weit überlegene britische Einheiten bei den kleinen Kreuzern, die mit dem Verlust von Ariadne, Mainz und Cöln hohe Verluste hinnehmen mussten. Cöln stieß zunächst auf den britischen Kreuzer Arethusa und acht Zerstörer, die im Gefecht mit dem deutschen Kleinen Kreuzer S.M.S. Mainz standen. Mit dem Funkspruch „Cöln kommt“ stieß der Kleine Kreuzer in das Gefecht, traf dann aber überraschend auf fünf britische Schlachtkreuzer. Diesen großen Einheiten an Bewaffnung wie an Geschwindigkeit unterlegen, hatte Cöln keine Chance. Mittags gegen etwa 14:30 Uhr versank das zum Wrack zusammengeschossene, brennende Schiff westlich von Helgoland in der Nordsee. Von den 506 Besatzungsmitgliedern hatten zunächst ca. 200 Mann den Untergang überlebt. Aufgrund starken Nebels konnten sie aber zunächst nicht gefunden werden und es dauerte drei Tage, bis schließlich ein zerstörter Kutter der Cöln gesichtet wurde. Nur der Oberheizer Adolf Neumann aus Köln konnte lebend geborgen werden.
Das Kutterwrack trieb später auf Norderney an, wurde geborgen und der Stadt Köln zum Geschenk gemacht, die es zunächst im Vorhof des Neuen Rathauses, seit 1926 als Kern einer Gedenkstätte in der Konche der Eigelstein Torburg aufstellte. Die dort eingemeißelte Inschrift lautet:
Die Trümmer des Kutters droben im Torbogen mahnen an den
ruhmvollen Untergang von seiner M.S. Schiff Cöln im Seegefecht bei
Helgoland am 28. August 1914.Der heldenhaften Besatzung, die ihr Grab im Meere fand, bewahrt die Patenstadt Cöln ein dankerfülltes dauerndes Gedenken .
Die Kosten der Sanierung und Erneuerung der Gedenkstätte belaufen sich auf rund 25.000 €, die ausschließlich durch Spenden und freiwillige Hilfsleistungen aufgebracht wurden. Dem Freundkreis Fregatte Köln e.V., der die Gedenkstätte auch zukünftig in seine Obhut nehmen wird, gebührt Dank für seinen Einsatz zur Erhaltung dieser Stätte maritimer Geschichte.
H. Peter Hemmersbach
1. Vors. Freundeskreis Fregatte Köln