Links
31. Reunion-Treffen in Bremerhaven
Ende September hieß der Kommandeur der Marineoperationsschule Bremerhaven, Kapitän zur See Kiehnle, die Mitglieder der Reunion, den Zusammenschluss ehemaliger Informations-Wehrübender der Deutschen Marine, herzlich willkommen. 65 Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet waren diesmal der Einladung ihres Vorsitzenden Volker Stein zum Jahrestreffen an der Geeste gefolgt.
Wie üblich galt es, eine Reihe von Tagesordnungspunkten abzuarbeiten, womit 29 Crew-Sprecher gleich am Sonntagmittag begannen.
Volker Stein trug seinen Rechenschaftsbericht vor und ging auf die einzelnen Positionen ein unter dem Motto: Was ist erledigt, was ist noch offen? Er beglückwünschte Karl Heinz Kruse zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für seine Verdienste um die Marineschule Mürwik durch den Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Nolting. Zum Gedenken an den verstorbenen Dr. Hans Blume, Crew 11/84, erhoben sich die Anwesenden.
In Berlin, so der Vorsitzende, wurde unterdessen ein Freundeskreis des Einsatzgruppenversorgers BERLIN gegründet. Die Startseite der Homepage der Reunion www.reunion-marine.de wurde überarbeitet und enthält nur noch aktuelle Informationen, alles Ältere ist dort im Archiv zu finden. Volker Stein ging sodann auf ein von Peter Klages neu erstelltes Faltblatt ein, in dem Sinn und Zweck der Reunion der Deutschen Marine erläutert werden. Außerdem zeige die Reunion im wahrsten Sinne Flagge in Gestalt neuer Tischflaggen, die allen Mitgliedern zur Verfügung stehen. Als erledigt betrachtet er das Thema „Buganker des ehemaligen Zerstörers MÖLDERS“, der in den Rheinauen bei Düsseldorf bisher ein liebloses Dasein fristete. Er kann nun endlich ansehnlich präsentiert werden. Die Namensfindung für die beiden neuen Fregatten 125 ist abgeschlossen; die erste Fregatte und damit das Typschiff heißt BADEN-WÜRTTEMBERG, die zweite NORDRHEIN-WESTFALEN.
Nach Volker Steins Aussage, die Resonanz auf Einladungen zu Sprechertreffen und Mitgliederversammlungen sei äußerst unbefriedigend, entspann sich eine lebhafte Diskussion. Um eine größere Beteiligung der Reunions-Mitglieder zu erreichen, will der Vorsitzende die Überlegungen konkretisieren, das Jahrestreffen künftig von Freitagmittag bis Sonntagmittag durchzuführen statt wie bisher von Sonntag bis Dienstag und auch wieder die Damen zu den Treffen einladen.
Sowohl beim Sprechertreffen als auch in der Mitgliederversammlung zog sich auch diesmal wie ein roter Faden die Debatte um die aktuelle siebentägige Informationsveranstaltung bei der Deutschen Marine. Nach Ansicht des Sprecherrats beeinträchtigt die Umbenennung von einer Informations-Wehrübung in eine Informationsveranstaltung und die Verkürzung der Dauer von zwei auf eine Woche die Entwicklung eines Crewgedankens und damit auch die Bindung an die Reunion gewaltig. Sprecherrat und Mitglieder beauftragten den Vorstand, an die zuständigen Politiker zu appellieren, diese Änderungen rückgängig zu machen und zur alten Bezeichnung und Dauer zurückzukehren. Den regionalen Vereinigungen in unserem Land komme in Zukunft eine noch größere Bedeutung zu.
Bei Offenlegung des Jahresabschlusses erwies sich die Finanzlage der Reunion als gut. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.
Als Bonbon bot Volker Stein eine einwöchige Studienreise nach Israel im Frühjahr 2009 zum voraussichtlichen Preis von 1275 Euro an, an der 20 bis 25 Personen teilnehmen können. Ob dabei auch ein Besuch des deutschen Kontingents UNIFIL in Limassol/Zypern möglich ist, wird sich zeigen. Ferner übergab der Vorsitzende das Wort an Dr. Markus Witt, beratender Historiker des Deutschen Marinebundes, der den geplanten Bildband zum Jubiläum „100 Jahre Offizier-Ausbildung an der Marineschule Mürwik“ im Jahr 2010 erläuterte. Dieser Bildband hebt sich von den beiden bereits erschienenen Publikationen über die Marineschule mit geschichtlichem Schwerpunkt deutlich ab. Er soll von Sponsoren finanziert werden.
Nach dem Erfahrungsaustausch über die Aktivitäten der Freundeskreise richtete sich der Appell an die Mitglieder, eigene Initiativen für neue Freundeskreise von Schiffen und Booten der Marine in unserem Land zu ergreifen. Als nächstes wies Volker Stein darauf hin, dass Stabskapitänleutnant Werner Schiebert Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Für dessen langjährige treue zuverlässige Unterstützung der Reunion fand Stein lobende Worte und sagte, die Verabschiedung aus dem Kreis der Reunion übernimmt eine Delegation auf Wunsch von Werner Schiebert im Januar 2009 in Hamburg. Sein Nachfolger, Kapitänleutnant Klapschinski, stellte sich dem Plenum kurz vor.
Abschießend sagte der Vorsitzende noch, zum 100jährigen Jubiläum der Marineschule Mürwik habe er einen Antrag auf eine Sonderbriefmarke und einen Sonderstempel gestellt. Bevor es dann zum abendlichen Einlaufbier ging, gab er folgende Termine bekannt: der Marineball in Bonn ist am 21. November 2008, das nächste Sprechertreffen wird am 26. April 2009 wieder im Scheerhaus in Laboe sein und die 32. Reunion ist für den 20. bis 22. September 2009 an der Marineunteroffizierschule Plön geplant. Sollte sich das Vorhaben, die Reunion von Freitag bis Sonntag durchzuführen, realisieren, wäre der Termin 18. bis 20. September 2009. Die Entscheidung fällt spätestens beim Sprechertreffen im April und wird umgehend bekanntgegeben.
Am nächsten Tag erhielten die Reunions-Mitglieder einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Marineoperationsschule. Oberfähnrich zur See Ebert führte sie in das Taktikzentrum Marine, zum Verfahrenstrainer, zur Leck- und Brandabwehr und in den Hauptbereich Waffeneinsatz. Fregattenkapitän Rainer Engelbert von der Einsatzflottille 2 trug in seinem aufschlussreichen Vortrag über den UNIFIL-Einsatz der Fregatte HESSEN im Libanon viel zum Verständnis der komplizierten Sachlage in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land bei. FKpt Engelbert war Kommandeur des deutschen UNIFIL-Einsatz-Kontingentes der Vereinten Nationen.
Anschließend übertraf der exzellente Vortrag des Geophysikers, Glaziologen und stellv. Direktors des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Prof. Dr. Heinz Miller, alle Erwartungen der Zuhörer. Nachdem sie mit den geologischen und biologischen Zeiträumen, die sich in Jahrmillionen und Hundertausenden von Jahren messen, konfrontiert wurden, machte Prof. Miller auf die anscheinend unvermeidliche Frage nach der aktuellen CO2-Diskussion eine Pause und antwortete, das Thema sei viel zu ernst, als dass man es mit Schnellschüssen beantworten könne. Es habe immer große Klimaschwankungen in der Erdgeschichte gegeben. Vor 400 000 Jahren beispielsweise war es viel wärmer als jetzt. Es fiel das Wort Panikmache.
Ein guter Ansatz wäre, wenn sich die Verantwortlichen fünf Jahre lang zusammensetzen würden und berieten, was denn zu tun sei. Und ob Windkraft und Solartechnik der Weisheit letzter Schluss seien, sei dahingestellt. Seiner Einschätzung nach wäre die Nutzung der Geothermik am vernünftigsten und nachhaltigsten.
Mit einem geselligen Abend auf einem alten Fahrgastschiff und leckerem Büffet klang der Tag auf der Weser aus. Die Mitgliederversammlung am Dienstagmorgen wurde zügig durchgeführt. Gegen 11.30 Uhr beendete Volker Stein die Veranstaltung und entließ die Mitglieder mit der Aufforderung, sich mehr in die Mitarbeit in Freundeskreisen und regionalen Vereinigungen sowie konstruktiver Kritik einzubringen. Ein wunderbares Wochenende bei der Marine ging zu Ende.
Caroline-M. Wierig, Journalistin Autorin