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Fregatte Köln
Apostelgymnasium

Schülerinnen und Schüler des Kölner Apostelgymnasiums stechen in See

Fregatte Köln läuft in Wilhelmshaven einAm Freitag in der Frühe verließen 9 Schüler, 3 Schülerinnen, Herr Seeck, unser stellv. Schulleiter, Herr Trier, und unser Schulleiter, Herr Dr. Zimmermann, sowie Herr Hemmersbach Köln in Richtung Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Die Vorfreude auf das Unbekannte ließ die lange Busfahrt schnell vergehen. Was würde uns erwarten? Ansichten und Vorstellungen gab es viele, zugetroffen haben letztlich nur einige.

Endlich: Gegen 12 Uhr passierten wir gespannt den Marinecheckpoint und erhielten einen ersten Eindruck von der deutschen Bundesmarine. Unser Bestimmungsort war die Fregatte Köln: ein Schiff älterer Bauart, das schon seit den 80er Jahren in Dienst ist. Der Bundeswehr stehen drei verschiedene Fregattenklassen zur Verfügung, die sich in Bauart und Waffentechnik unterscheiden. Unser Schiff gehört der ältesten Klasse an. Empfangen wurden wir mit militärischem Gruß durch die wachhabenden Offiziere. Nach einer Sicherheitseinweisung wurden wir zu unseren Mannschaftskabinen vorgelassen. Nach einem Gewirr von Gängen und Schleusen fanden wir uns nach ein paar Minuten in unseren Kajüten ein. Der erste Eindruck unserer Schlafstätten verursachte ein beklemmendes Gefühl, das auch nicht durch die amüsierte Begrüssung der Matrosen weichen wollte. Schnell waren Bock (Schlafstätte) und erste Kontakte hergestellt.

Kurze Zeit später saßen wir in der Mannschaftsmesse. Die gereichten Metallschablonen zeigten, dass in den vergangenen Jahrzehnten an Bord vieles gleich geblieben ist. Die wohlige Atmosphäre wurde durch einen Flachbildschirm, der sich zur Aufgabe gemacht hatte, das Essen mit seichter geistiger Kost zu bereichern, untermalt. Anschließend, von unserem Schulleiter-Paar von Bord geführt, wurden wir von unserem Bundeswehrbus zum Marinemuseum Wilhelmshaven gebracht, um den praktischen Erfahrungen historisches Wissen beizumengen.

Angefangen mit einer Weltkarte aus Zeiten des 2. Weltkrieges wurde die illustre Führung plakativ und informativ durch einen kompetenten Historiker eingeläutet. Vielleicht wurde gerade durch die bunten von der Decke hängenden Banner und Seeflaggen der historische Kontrast zwischen optischer Wahrnehmung und Effektivität der deutschen Marine illustriert. Wir waren nun an einem Punkt angelangt, an dem uns fundamentale Zweifel über die Sinnhaftigkeit der deutschen Marine überkamen, die jedoch unserem Diskussionsdrang bei dem Marsch auf das Außengelände keinen Abbruch taten. Vor uns erschien die Mölders, ein riesiges Kriegsschiff, das inzwischen außer Dienst gestellt worden ist. Benannt nach einem Kriegsheld aus der NS-Zeit vermittelt es ein absolut falsches Bild von der Bundeswehr. Vor allem die Technik-Begeisterten unter uns verbeugten sich in Ehrfurcht vor der Komplexität des Schiffes. Mit den geschilderten Eindrücken durften wir den anstehenden Abend an Bord vorher noch in der Stadt einläuten, um in gemütlichem Ambiente als Gruppe zueinander zu finden. Nachdem das Vorhaben auf kölsch geglückt war, ging es zurück zur Fregatte, die uns wie gewohnt mit ihren salutierenden Offizieren in Empfang nahm. Wir wussten noch nicht, dass wir einen sehr anstrengenden Abend vor uns haben würden, als wir durch einen Obergefreiten auf die Brücke und in das Kontrollzentrum des Schiffes geführt wurden.

Am Abend betraten wir geschlossen die Mannschaftsmesse, wobei wir im Laufe des Abends mit sehr unterschiedlichen Menschen ins Gespräch kamen. Bald schon tranken wir mit den Soldaten, ließen Sprüche über unsere Frisuren über uns ergehen und merkten bald, dass die Interessen der Matrosen trotz des außergewöhnlichen Weges, Marinesoldat zu werden, kaum vom den Interessen anderer Jugendlichen abweichen.

Nach einem lustigen Abend war es an der Zeit, leise und unbemerkt in unsere Kojen zu schlüpfen, ohne die schon schnarchenden Soldaten zu stören. Eine ungewohnte Nacht, die wir in Enge und Stickigkeit verbrachten, erlebten wir rastlos und unruhig, und waren am nächsten Morgen sowohl von der Zusammengehörigkeit der Matrosen als auch von der fehlenden Privatsphäre beeindruckt.

Der letzte Tag hielt die Familienfahrt der Soldatenfamilien für uns bereit. Ganz im Sinne des voran gegangenen Tages wurden wir bestens verköstigt, wobei die exquisite Erbsensuppe in Verbindung mit der Materialvorführung den öffentlichkeitswirksamen Charakter der Bundeswehr unterstrichen. Wie ein Publikumsmagnet wirkte das SAR-Schiff längsseits der Köln, welches weder Kosten noch Mühen scheute, uns mit ausgefahrenen Wasserfontänen an diesem schönen Herbsttag einen Regenbogen zu präsentieren. Benommen vom Spiel der Farben ging es für uns mit über 20 Knoten zurück nach Wilhelmshaven. Bevor wir in den Hafen einliefen, wurden uns auf feierliche Weise Urkunden überreicht, die von unserem Aufenthalt und den zurückgelegten Seemeilen auf der Fregatte Zeugnis ablegen. Herr Hemmersbach bereitete uns später einen herzlichen Abschied und zeigte sich äußerst erfreut, etwas von seiner Leidenschaft für die Seefahrt auf uns übertragen zu haben.

Still saß jeder von uns eine ganze Weile im Bus, um seine ganz persönlichen Eindrücke Revue passieren zu lassen. Wir fühlen uns als Pioniere, denn wir sind vielleicht die erste Schülergruppe in der bundesdeutschen Geschichte, die auf einem Kriegsschiff übernachtet hat. Dass die Bundeswehr uns eine derartige Erweiterung unseres Erfahrungsspektrums ermöglicht hat, wird von uns gebührend honoriert und als großes Privileg angesehen. Auch waren wir uns als Schülerinnen und Schüler des berühmten Apostelgymnasiums, dem Konrad Adenauer, ein Mann – verbunden mit der deutscher Marinegeschichte – entstammt, des Vertrauens bewusst, welches uns entgegengebracht wurde.

Wir nehmen eine außergewöhnliche Erfahrung mit nach Hause und in die Schule, die gerade den jungen Männern unter uns eine Entscheidungsfindung bezüglich des Wehrdienstes oder einer eventueller Verpflichtung erleichtert. Es ist noch vielen Schülerinnen und Schülern zu wünschen, in unsere Fußstapfen treten zu dürfen.

David-Alexander Bind
Tom Emmerich
Thomas Weber