Bericht über das Treffen der Crew 36/99 - Rheingau/Mainz vom 3.-5.Juni 2011

Majestät brauchen Sonne …

... denn nur bei strahlendem Sonnenschein durfte Wilhelm II. gefilmt oder fotografiert werden. Somit waren die meteorologischen Umstände unseres 2011er Treffens schon festgezurrt, als sich am Freitag, 03.06.2011, die Teilnehmer im Schloßhotel Sörgenloch so langsam einfanden.

Bei schönstem Sonnenwetter wurde schon der ein und andere Schoppen geleert, bevor wir uns zum ersten gemeinsamen Abendessen auf der Terrasse des Schloßhotels einfanden. Traditionell wurde das Treffen durch eine Rede unseres Crewsprechers Volker Stein eröffnet, der uns mit aktuellen Informationen rund um und aus der Marine versorgte. Mit insgesamt 27 Teilnehmern war das Treffen auch sehr gut besucht. Erfreulicher Weise nahm auch dieses Jahr wieder Admiral Kahre mit seiner Frau teil. Kapitän Kuhbier konnte leider nicht, da er sich auf einer Vorbereitung zu seinem neuen Dienstposten befand, der ihn als Attaché nach Südamerika führen wird. Admiral Lüders war ebenso leider dienstlich verhindert.

Dieter Heinz nahm zu unserer großen Freude das erste Mal seit der Übung überhaupt an einem Treffen teil. In den Vorjahren war ihm das beruflich nicht möglich. Ebenso traditionell wurde an diesem Abend das Thema „Treffen 2012“ angesprochen, die diversen Ziele vorgestellt, jedoch noch nicht abgestimmt. Das war so gewünscht, weil sich der eine und andere noch seine Gedanken machen wollte, und so wurde die Abstimmung auf den Samstag Abend vertragt. So klang der Abend im rheinhessischen Tiefland bei gutem Essen und gutem Wein entspannt aus.

Der Samstag begann am Morgen mit der Busfahrt nach Mainz. Da vor der Domführung ein wenig Zeit war, konnte der Mainzer Wochenmarkt und der Domplatz noch ein wenig genossen werden. Einige Teilnehmer zog es auch an das Rheinufer, wo das Denkmal für S.M. Kleinen Kreuzer „Mainz“ steht, der im Gefecht vor Helgoland 1914 gesunken ist.

Die Führung durch den Dom wurde dann vom Domdekan Heinz Heckwolf sehr informativ und kurzweilig durchgeführt, mit diversen Anekdoten und Geschichtchen unterlegt. Ich darf nochmal an die Geschichte des Besuchs von Laura Bush erinnern oder die „Vorlage-Zeichnung“ des Löwen für die Steinmetze. So etwas findet man in keinem Reiseführer !! Die zweite Station des Tages war Schloß Johannisberg im Rheingau, die Wiege der Spätlese als auch aller anderen Weinprädikate.

Dort wurde in geradezu toskanischer Atmosphäre mit wunderbarem Blick auf den Rhein, das Rheintal und ins rheinhessische Hinterland ein kleines Mittagessen genossen, um dann gestärkt eine Führung durch Außen- und Kelleranlagen zu bekommen. Ich bin sicher, daß der fachkundige und auch hier wieder mit vielen Geschichten und Anekdoten angereicherte Rundgang viele von uns mit Informationen und Eindrücken vom Johannisberg versorgt hat, die uns vielleicht bei der einen oder anderen Flasche Wein immer wieder gedanklich dorthin zurück kommen lassen.

Als nächstes sind wir dann, wie es im touristischen Bilderbuch eines japanischen Rhein-Touristen nie fehlen würde, nach Rüdesheim in die Drosselgasse gefahren. In der Annahme, daß diese Gasse, die touristisch ja eigentlich gleich hinter Neuschwanstein, Hofbräuhaus und Ballermann kommt, eigentlich niemanden interessieren würde, war der Besuch der Germania / des Niederwald-Denkmals als einem der nationalen Denkmäler (neben Herrmanns- und Völkerschlacht-Denkmal) mittels Sessellift geplant.

Jedoch strahlte diese kleine Rüdesheimer Gasse eine solche Anziehungskraft aus, daß Besichtigungs-Chance gepfiffen wurde und wir die Liftfahrt etwas verschoben. Die Germania, die zu Ehren der Reichsgründung 1871 erbaut wurde, haben wir dann auch noch gesehen und sind rechtzeitig vor dem schon viel früher erwarteten Gewitterguss mit dem Bus wieder Richtung Hotel gefahren, um uns für das Abendessen vorzubereiten.

Zum Abendessen ging es nochmal per Bus zurück nach Mainz, um auf der hessischen Seite in der Bastion Schönborn, einem Teil der alten Mainzer Festungsanlage, mit Blick auf den Rhein und die Mainzer Skyline das Abendessen zu genießen. Leider wurden die Vorträge von Gedichten und Lesungen über den Rhein durch die Lautstärke anderer Gäste getrübt, weil durch das Gewitter die Garten-Gäste auf das Haus verteilt wurden. Ich bin aber sicher, daß das Essen trotz alledem allen geschmeckt und der Blick aus den Fenstern versöhnlich gestimmt hat.

Nach der Rückkehr ins Hotel haben wir uns in der Vinothek dann zusammen gefunden, um über das Ziel des Treffens 2012 zu beraten und abzustimmen. Vorgeschlagen wurden Helgoland, Isar-Floßfahrt und die Müritz, die schlussendlich mit großer Mehrheit gewonnen hat. Nunmehr wird sich Volker Stein um die Organisation des nächsten Treffens kümmern, das terminlich auf das Wochenende vom 1-3.Juni gelegt wurde.

Der Sonntag begann, leider, mit der Abreise einiger Kameraden, da sie einen weiteren Heimweg hatten. So entging ihnen leider ein Highlight des Treffens, die Mainzer Synagoge. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Waldmann, hat es sich nicht nehmen lassen, uns persönlich durch das Haus zu führen; nicht zuletzt, weil wir Klassenkameraden in der Schule waren. Ich denke, daß nahezu keiner von uns schon einmal solch nahen und intensiven Kontakt zum jüdischen Glauben hatte oder eine Synagoge besucht hat.

Was uns hier an Informationen über die Schoah sowie Magenza (das jüdische Mainz) als einer der Mittelpunkte des jüdischen Glaubens überhaupt vermittelt wurde, war schon wirklich außergewöhnlich. Dazu kam die beeindruckende Gestaltung und Architektur des gesamten Komplexes. Es war wirklich ein Ereignis. Zum Mittags-Imbiß sind wir dann nochmal „in den Schatten des Doms“ gegangen, in die älteste Mainzer Weinstube, den „Specht“, wo lokale Spezialitäten wir Handkäs, Fleischworscht und Spundekäs genossen werden könnten. Und abermals haben uns, entfernungsbedingt, einige Kameraden Richtung Heimat verlassen, sodaß zum letzten Punkt der Veranstaltung, das Mainzer Fasnachtsmuseum, nur noch eine kleine Gruppe aufbrach.

Hier wurde uns aus kundigem Mund von einem echten Mainzer Fassenachter ein kleiner Eindruck der 5. und wichtigsten Mainzer Jahreszeit vermittelt. Das Treffen begann mit Mainzer Flair und so schloss es auch. Ich hoffe, daß das Programm nicht „abgearbeitet“ werden mußte und jeder seinen eigenen Eindruck von der Reise mit nach Hause genommen hat. Vielleicht hat es ja Lust auf ein Wiedersehen gemacht? Dann war es recht.

Crew 36/99 und Organisator 2011

Jörg Hartmann